An den Brandwänden von Hamburg bis Berlin

Der soziale Krieg auf den Straßen kann jede/n von uns treffen. Egal welcher Herkunft und Sozialisation werden Menschen ausgegrenzt, schikaniert und diffamiert. Der Klassenkampf von oben propagiert den Menschen als individuelles Wesen, welches nur mit einer Ellenbogentaktik schafft, sich zu behaupten.

Mittlerweile ist diese Einstellung in vielen Köpfen angekommen. Bereits im Kindergarten werden wir auf egoistische Grundeinstellungen getrimmt, nicht ohne ein bisschen Solidarität einzufordern. Diese Priese soll und muss reichen. Der Mensch in seiner heutigen Form konnte nur in der Gemeinschaft überleben. In einer Gemeinschaft, wo jeder seinen Platz und seine Aufgabe hat.

In Zeiten des beliebigen Austausches von Menschen auf Grund wirtschaftlicher Interessen findet eine Entwicklung statt, die es zu kritisieren und abzulehnen wert ist. Der Mensch ist nur solange etwas wert, wie er für den kapitalistischen Normalzustand zuträglich ist, solange er produzieren und konsumieren kann. Alte, Kranke, Leistungsbezieher/innen fallen aus diesem heraus und werden gesellschaftlich geächtet. Rechtspopulist/innen wie die neue Parteigründung „Alternative für Deutschland“ sind jedoch noch lange nicht die Spitze des Eisberges. Fordert die AfD noch die Verwertung fremder Menschen für das deutsche Kapital unter bestimmten Bedingungen wie Ausbildung etc, gehen offen agierende Nazivereine wie die NPD einen Schritt weiter und fordern gleich Deutschland den Deutschen. Wer „deutsch“ ist, klärt in ihren Augen nicht die Kultur des jeweiligen Menschen sondern sein Blut. Mit ihren Ansichten liegen sie voll in der Mitte der Gesellschaft, Menschen mit anderer Hautfarbe werden verwertet und ausgegrenzt. Sie Gründen ihre eigenen Communities, um ihr Leben und viel zu oft Überleben zu organisieren. Schon wird von fast allen Parteien eine Parallelgesellschaft herbeihalluziniert, in der Drogen, Gewalt und Kriminalität an der Tagesordnung sind. Diese xenophoben Ängste produzieren eine Reaktion in den Communities, auf allen Seiten wachsen die Vorurteile.

Das einzelne Individuum sieht sich mit einer Umgebung konfrontiert, in der alles immer funktionieren muss und durchgeplant ist. Kameras kontrollieren den reibungslosen Ablauf, im Internet werden massiv soziale Netzwerke ausspioniert und alles Kritische diffamiert bis kriminalisiert. Der Gläserne Mensch Orwellschen Charakters nimmt seine Formen an. Und immer diese Arbeit.

Arbeit macht frei? Alte deutsche Werte sind wieder modern. Da ists auch egal, welche gesellschaftliche und familiäre Sozialisation die Grundlage des Einzelnen ist. Die radikale Linke mit ihrem antirassistischen Kämpfen reproduziert rassistische Stigmata, wie dunkle Hautfarbe oder Haarfarbe gleich migrantisch. Mit den Zuschreibungen „deutsch“ und „migrantisch“ begibt mensch sich auf eine Ebene mit all jenen, die zu Recht abgelehnt werden. Die Grenze verläuft nicht zwischen den Völkern prangte an den Brandwänden der besetzen Zentren von Hamburg bis Berlin. Diese Zentren sind in ihrer Mehrzahl Geschichte. Die Idee dahinter hoffentlich nicht.

Fotobeweis:

http://media.de.indymedia.org/images/2007/06/180741.jpg

mut zur wahrheit:

rechtspopulismus stoppen!

von 60…

raus in die welt:

Treffen tut es einzelne, gemeint sind wir alle!

Wie bereits auf einschlägigen revolutionären Seiten verlautbart, [1] wurde am 05. Juni 2013 unser Genosse und bekennende Antifaschist Clément Méric in Paris von mindestens 3 Nazis auf offener Straße zusammengeschlagen. Er verstarb Stunden später an seinen massiven Verletzungen.


[2]

NI OUBLI! NI PARDON!

Seit Wochen versuchen rechte Gruppierungen in Frankreich, die anhaltenden, teilweise militanten Auseinandersetzungen zwischen Befürworter_innen und Gegner_innen der sogenannten „Homo-Ehe“ im Mutterland des bürgerlichen Gesetzesbuches zu unterwandern. In einem gesellschaftlichen Klima, wo gegen einzelne „kranke“ Mitglieder_innen eben dieser gehetzt wird, fühlen sich Nazis jeder Coleur am wohlsten. Kann mensch doch seine eigenen Unzulänglichkeiten durch das Hetzen gegen unliebsame Mitbürger_innen zumindest zeitweise vergessen.

Das dies an jedem Ort geschehen kann, sehen wir. Der Graffiti-Maler DAX in Madrid oder Silvio Meier in Berlin beweisen dies. Gleichzeitig werden die letzten Bastionen des „Sozialstaates“ mit dem Verweis auf die deutsche Wettbewerbsfähigkeit eingerissen. Hat der Euro der Unterschicht vor allem eins gebracht: steigende Resignation, Inflation und ein ständiges Thema zum Meckern am Stammtisch, können sich die Profiteure die Hände reiben.

Weltweiter Protest gegen die Diktatur des Kapitalismus regt sich. Die Genoss_innen in Istanbul stemmen sich mit aller Macht gegen die Reaktion, in Gedanken sind wir bei ihnen, bei ihren Kämpfen, Träumen und Niederlagen. Doch wir sind nicht allein. Überall auf der Welt gibt es Genoss_innen, die auch nur von einer Idee träumen: einer Gesellschaft, die für den Menschen geschaffen ist, nicht umgekehrt.

In der Hansestadt Hamburg, genauer im Stadtteil Bergedorf, machen seit Monaten die Nazis mit einer neu gegründeten „Kameradschaft“ mobil. Welchen Geistes Kind sie sind, beweisen ihre Kinder-Kritzeleien im Kiez. Neben Hakenkreuzen gehören Einschüchterungen gegen Migrant_innen, linke Jugendliche und alle die nicht in ihr, ja hier stimmts mal, krankes Weltbild passen. Den Angriffen auf ein alternatives Projekt im Kiez können wir nicht länger tatenlos zusehen. Aus diesem Grund wird es eine antifaschistische Demonstration geben. Nicht, um “nur“ seine Wut über die aktuelle Entwicklung in Bergedorf kund zu tun, sondern sich gleichzeitig solidarisch an die Seite jener freiheitsliebenden Menschen zu stellen, die sich weltweit dem Staatsterrorismus und seinen Bütteln entgegenstellen.

Enough is enough! Antifa in die Offensive! Hinein in den schwarz-roten Block! Schulter an Schulter gegen die Reaktion!

Antifaschistische Demonstration: 15.06.13, 15 Uhr – Bahnhof Bergedorf (Ausgang Lohbrügge)

[1] Koordination Lübeck
[2] Grafik angeeignet von: Koordination Lübeck. Danke.

Weiterlesen auf: linksunten.indymedia.org

Mehr Schein als Sein…

Die vergangenen Kommunalwahlen vom 26. Mai in Schleswig- Holstein mit einer historisch geringen Wahlbeteiligung von 46,7% offenbaren den systemkonformen, staatstragenden Parteien vor allem eins: ihre Deligitimation.

Auch wenn die rechten Wählergemeinschaften mehrheitlich knapp über die 1%- Hürde kamen, siehe Neumünster, Kiel und Großherzogtum Lauenburg, konnten sie die Ängste der Menschen nicht bedienen. In Zeiten der permanten Krise und dem fortbeständigen Abbau von elementaren Bürgerrechten, dessen Sicherung sich die selbsternannten Volksvertreter_innen auf ihre jeweiligen Parteifahnen geschrieben haben, haben mehr als die Hälfte der Bürger_innen der etablierten Politik den Rücken gekehrt.

In der angeblichen Peripherie Europas erleben die Menschen, wie mit allen Mitteln die Herrschaft der falschen Freiheit, notfalls mithilfe der FaschistInnen der „Goldenen Morgenröte“, paramilitärische Einheiten auf Motorrädern oder dem Unterwandern autonom organisierter Stadtteile durch Heroin-Händler, versucht, antiautoritäre Gegenkulturen zur „Marktkonformen Demokratie“ zu zerschlagen. Was Aufständische im Nahen Osten berichten, hat ebenfalls Einzug in Europa gehalten. Staatskritische und selbstorganisierte Gegenöffentlichkeit in Form von zum Beispiel Indymedia Athen wird kurzerhand der Saft abgedreht und öffentlich diffamiert und durch Staatsanwaltschaft und Gerichten kriminalisiert.

Bullen, Nazis, rassistische Schreibtischtäter und Stammtischhetzer blasen ins gleiche Horn und arbeiten zur Absicherung der kapitalistischen Un-Verhältnisse immer offener zusammen. Hat das Kapital bereits in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts in Zeiten der ersten großen Weltwirtschaftskrise sich offen der FaschistInnen in ganz Europa bedient, um seine Macht zu sichern, geschieht dies auf Grund der deutschen Erfahrungen hierzulande eher im Geheimen. Selbsternannte bundesrepublikanische Geheimdienste züchten sich Nazi-TerroristInnen wie Uwe Mundlos, um Angst und Schrecken in der migrantischen Community zu erzeugen, nicht ohne bei dem Rest der Bevölkerung von „Dönermorden“ zu sprechen. Rassistischer Schnack erster Güte.

Nun sollte mensch sich fragen, wem solche staatsterroristischen Aktionen nützen. Damals, 1992, als erste Häuser im „endlich wiedervereinigten Vaterland“ brannten, ging dies einher mit der Abschaffung des Asylkompromisses, ein Relikt aus Zeiten, als sich die deutsche Volksgemeinschaft als geläutert bezeichnete. Heute ist man ja „zu Gast bei Freunden“. Das dies nicht so ist, weiß mittlerweile jedes Kind. Beinahe 200 Morde gehen seit dem Wiedererstarken Grüngroßdeutschlands aufs Konto stolzer Deutscher- das dies jeden treffen kann, zeigt der Fall Dieter Eich aus Berlin- Buch. Als asozial bezeichnete Menschen, die keinen Bock hatten oder nicht arbeiten konnten, zu drangsalieren, bis sie hören, notfalls in Form von Arbeitslagern, hat deutsche Tradition. So verwundert es nicht, wenn hierzulande durch die Verräterin an der Arbeiterklasse, kurz SPD, mithilfe der bürgerlich gewordenen Grünen das Sozialsystem in Form von Hartz IV nach und nach ausgehöhlt und im wahrsten Sinne des Wortes zerstückelt wird. Das soziale Errungenschaften erkämpft, nicht erbettelt werden, das Werksverträge und die Sozialpartnerschaften der SPD sowie der „Gewerkschaften“ nur dem Kapital und damit der Herrschaftssicherung dienen, sollte vor allem „den Genossen“ klar sein. Bismarck und so. Etwa schon wieder alles vergessen?

Aber wir wollen ja nicht über die Vergangenheit reden. Die ist nicht die beste. Das lernt jeder Mensch bereits in der Schule. Doch „wir“ haben ja daraus gelernt, sind geläutert und können so mit Hilfe der „Deutschen-Heeres-Logistik“, kurz DHL, auch als Tochterunternehmen der Deutschen Post, bekannt, Waffen in alle Länder der Welt exportieren. Am liebsten in Krisenregionen. Da gibt’s das meiste Cash. Wird in einer Minute von notwendigen militärischen „Krisenintervention“ in der arabischen Welt mit dem Verweis auf Menschenrechte medial gerechtfertigt, scheißt die Herrschaft hierzulande zunehmend auf das Wahren des Scheins. Zuletzt gesehen in Frankfurt/ Main. Seit 2 Jahren protestieren regelmäßig antiautoritäre Menschen massiv und teilweise militant gegen die Troika aus EU-Kommission, Internationalen Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) in der Mainmetropole. Dies wird versucht zu unterbinden, das unschöne Szenen wie aus einem südamerikanischen Militärstaat durch die wenigen unabhängigen hiesigen Medien geistern, scheint kaum zu interessieren. Frankfurt am Main. Eine Stadt voller Widersprüche, gilt sie doch neben seinem Bankenviertel als kriminellste Stadt Deutschlands. Während die Unterschicht in ihren Quartieren sich zunehmend wieder selbstorganisiert, um das Leben in dieser verrückten Welt zu meistern, verschanzen sich die wohlhabenden deutschen Profiteure der weltweiten Verarmung in ihren von Stacheldraht und Wachschutz gesicherten „Reichenghettos“.

Mit aller Macht und zunehmend offen repressiv reagiert der Staat auf sich endlich herausbildenden Widerstand von unten. Bitter nötig in einem der größten Nutznießer der Verarmungspolitik: die BRD. Ihre Zeit ist gekommen. Das wissen „die Oben“ selbst. Darum kriminalisieren sie den Widerstand, wobei sie vergessen, dass der alte Spruch aus den Zeiten der RZ/ Roten Zora seine Aktualität nicht eingebüßt hat: jedes Herz eine Zeitbombe!

In diesem Sinne…